Evakuierungsübung mit “Hamburger Rettungstuch”

2011-08-15_Weidenau_Evakuierungsuebung_Krankenhaus

kai/Weidenau. Dichter Rauch dringt aus einem Patientenzimmer und verteilt sich schnell auf der gesamten Station 61, der Fachabteilung für HNO-Beschwerden. Eine Orientierung ist kaum noch möglich, Brandmelder schlagen Alarm, Patienten rufen um Hilfe. Was täuschend echt wirkt, ist ein Übungsszenario. Der Rauch kommt aus einer Nebelmaschine und die Patienten in den Betten sind Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW). Innerhalb kürzester Zeit rücken über 100 Einsatzkräfte an, für die der Einsatz zunächst vollkommen real ist, da sie ebenso wenig eingeweiht wurden wie das Krankenhauspersonal. Gemeinsam galt es schnell und reibungslos die gesamte Station zu evakuieren, was sich inbesondere bei bettlägerigen Patienten schwierig gestalten kann. Nicht immer ist es möglich den Patienten mitsamt seines Bettes in Sicherheit zu bringen und das Umlagern in ein Rettungstuch ist personalintensiv, zeitraubend und zudem unangenehm für den Patienten. Daher war ein Hauptziel dieser Übung die Erprobung eines neuen Rettungsmittels, des Hamburger Rettungstuches, welches es ermöglichen soll, den Patienten schnell und problemlos mitsamt seiner Matratze zu evakuieren. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, lag die Patientensammelstelle eine Etage unter der betroffenen Station und der einzig nutzbare Weg dorthin führte durch ein enges Treppenhaus. Noch während der Übung konnte Feuerwehrchef Matthias Ebertz bereits ein positives Resumé ziehen. An der Patientensammelstelle wurden derweil die ingesamt 20 Geretteten medizinisch versorgt. Eine Etage höher konnte auch der simulierte Brand schnell gelöscht werden. Die echten Patienten und Besucher des Kreisklinikums wurden übrigens, um eine Panik zu vermeiden, kurz nach Eintreffen der Feuerwehr mittels Durchsagen informiert, dass es sich lediglich um eine Übung handelte. Auf der Weidenauer Straße kam es durch die Vielzahl der eingesetzten Rettungskräfte zwischenzeitlich zu Verkehrsbehinderungen.

Produktion:

Kay-Helge Hercher / Kai A. Hortmann